Jojobaöl

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Allgemeines

Jojoba wurde aus der Sprache der Papago-Indianer von "ho-Ho-ba" übernommen. Der Gattungsname Simmondsia ehrt den britischen Botaniker Thomas Williams Simmonds († 1804 in Trinidad).

Jojobaöl (Buxus chinensis oil = Simmondsia chinensis oil = Simmondsia californica oil) ist eigentlich kein Öl, sondern ein bei Zimmertemperatur flüssiges Pflanzenwachs. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung ist es über Jahre hinweg haltbar und hat 0 Kalorien. Es wird aus den nussähnlichen Samen des Jojobabaumes gewonnen.

Der spanische Jesuit Junipero Serra, der als christlicher Missionar in Chile wirkte, schrieb 1769 in sein Tagebuch: "Das Öl des Hohoba-Strauches benutzen die Indianer zur Pflege von Haaren und Haut. Was mich am meisten erstaunt: Keiner von ihnen hat Schuppen oder Haarausfall, selbst nicht die ältesten Männer. Ich führe das auf das Öl zurück. Sie benutzen es aber auch zum Kochen."

Hochwertiges, natives Jojobaöl hat eine ins Goldgelbe spielenden Farbe und einen sehr dezenten, aber typischen Geruch. Hellere bis farblose Öle lassen auf weiterführende, verarbeitende Prozesse bis hin zur Raffination schließen.

Jojobaöl ist ein mittelspreitendes und nicht trocknendes Öl bzw. Wachs.


INCI

Buxus chinensis oder Simmondsia chinensis


Inhaltsstoffe, Zusammensetzung

  • Gadoleinsäure (C20:1,ca. 70 %)
  • Erucasäure (C22:1, ca. 15 %)
  • Ölsäure (ca. 10 %)
  • Palmitinsäure (ca. 1 %)
  • Nervonsäure (ca. 2 %)
  • Anteile an Unverseifbarem: 37–49 %


Verwendung in der Kosmetik

Für jeden Hauttyp geeignetes, optimales, oxidationsstabiles Basisöl.
Es wird auf der Haut nicht durch hauteigene Lipasen gespalten, da es ein Wachs ist. Daher schützt es die Hornschicht zuverlässig und langanhaltend vor Wasserverlust. Es ist entzündungshemmend1, schmiert nicht und zeichnet sich durch eine außergewöhnlich gute Verträglichkeit aus. Jojobaöl ist für jeden Hauttyp geeignet, es enthält viel Vitamin A und Vitamin E und verfügt außerdem über einen natürlichen Sonnenschutfaktor.

Weiterhin eignet sich Jojobaöl besonders zur Kopfhaut und Haarpflege. Es hilft bei brüchigen Haaren und trockenen Spitzen sowie bei juckender Kopfhaut.

Rezepturen mit Jojobaöl benötigen geringere Mengen an konservierenden Zusätzen als andere Ölkombinationen, da es außerordentlich oxidationsstabil ist und von Bakterien 1 nicht verstoffwechselt werden kann. Dadurch eignet es sich auch in Ölmischungen zur Stabilisierung anderer Öle.

In Seife kann Jojobaöl seine positiven Eigenschaften voll entfalten, da es durch den hohen Anteil an Unverseifbarem nahezu unverändert erhalten bleibt.


1Jojobaöl wird von Mikroorganismen wie Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa und Candida albicans nicht verstoffwechselt. Gleiches gilt für Propionibacterius acnes, anaerobe Bakterien, die bei verstopften Follikelausgängen zu entzündlichen Komedonen bis hin zu Akne führen können. Für unreine Haut ist Jojobaöl daher eine hervorragende Alternative zu anderen Ölen.


Weblinks