Seife

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Mit Seife wäscht man sich die Hände und gegebenenfalls auch den restlichen Körper... aber die Haare? Das klingt zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber eine ernstzunehmende Alternative zu normalen Shampoos.

Um Seife herzustellen, lässt man Natriumhydroxid (NaOH) und Fette (hier Pflanzenöle/-fette) chemisch miteinander reagieren. Das NaOH hat die Aufgabe, beim Verseifungsprozess die verwendeten Öle in glycerinhaltige Seife „umzuwandeln“; in der fertigen Seife ist dann kein NaOH mehr enthalten. In den Rezepten wird die Menge des NaOHs so festgelegt, dass die Öle nur teilweise verseift werden und als Rückfetter ein Ölüberschuss bleibt („Überfettung“). Gemeinsam mit dem entstandenen Glycerin sorgt der Überschuss der Öle für die Pflege von Haut und Haar. Üblicherweise werden Haarseifen nur mit 2-5% überfettet, da die meisten Schöpfe nicht zu viel Fett vertragen. Sie bleiben dann ölig und strähnig.

Seifen sind chemisch gesehen anionische Tenside und werden gerne mit Shampoo Bars verwechselt.

Schadet die basische Seife nicht dem Säureschutzmantel der Haut?

Es stimmt, dass Seife einen pH-Wert von ca. 8-10 hat und somit basisch/alkalisch ist. Der Säureschutzmantel besteht allerdings auch aus Schmutz, Schweiß und abgestorbenen Hautzellen, die durch jede gründliche Reinigung, ob mechanisch oder mit tensidhaltigen Mitteln, entfernt werden. Schließlich ist das der Sinn einer Hautreinigung/Haarwäsche! Die Seife schadet der Haut allerdings nicht, da sie durch die Überfettung und das Glycerin einen Schutz bietet, bis der hauteigene Säureschutzmantel wieder aufgebaut ist.

Unter Glycerin versteht man einen natürlichen, dreiwertigen Alkohol mit feuchtigkeitsbewahrenden Eigenschaften. Es bleibt in handgesiedeten Seifen vollständig erhalten und pflegt die Haare und die Haut. Industriell hergestellten Seifen wird das Glycerin allerdings meist entzogen und gewinnbringend weiterverkauft; diese Seifen sind dann austrocknend und hautreizend anstatt pflegend und reinigend.

Was spricht für die Nutzung von Seife?

  • Seife muss nicht zwingend Konservierunsstoffe enthalten
  • man kann die Seife für die Haare, den restlichen Körper, sogar als als Spülmittel oder Waschmittel verwenden
  • Verpackungsmaterial wie Plastikflaschen o.ä. fällt weg
  • Seife lässt sich mit wenigen, natürlichen Inhaltsstoffen herstellen; bei Bedarf auch ganz „Bio“
  • man untestützt mit dem Kauf von handgesiedeter Seife Menschen, die sie in liebevoller, durchdachter Handarbeit herstellen und keine Großkonzerne

Was mache ich nun mit meinem Stück Seife?

Es gibt verschiedene Methoden, die Kopfhaut und Haare mit Seife zu reinigen. Zuerst einmal macht man die Haare nass. Dann schäumt man die Seife entweder mit der Hand auf und verteilt den Schaum auf der Kopfhaut und in den Haaren bis etwa Ohrhöhe. Wenn die Haarlängen auch schmutzig/fettig sind, streicht man einfach etwas von dem Schaum mit der Hand hinunter. Man kann auch das Seifenstück in die Hand nehmen und in Wuchsrichtung über den nassen Haaransatz fahren. Eine weitere Möglichkeit ist es, etwas von der Seife abzuraspeln, in ein Gefäß nach Wahl zu geben und dann Wasser hinzuzufügen. Dann schüttelt/rührt man, bis sich die Seife im Wasser gelöst hat. Um die Schuppenschicht wieder anzulegen und Kalkseife zu vermeiden, ist es empfehlenswert, nach der Wäsche eine saure Rinse zu machen.

Ist es nötig, von Zeit zu Zeit eine „Grundreinigung“ zu machen?

Im Grunde ist es nicht nötig, da Seifen ja an sich reinigend sind. Allerdings kann es vorkommen, dass sich die Haare manchmal anfühlen, als ob sie eine Art Belag o.ä. haben. Man kann dann ein Shampoo nach Wahl nehmen und einmal gründlich „Hausputz“ veranstalten und danach eine starke saure Rinse zu machen.

Probleme, die auftreten können

  • Haarausfall bei/nach den Wäschen. Man muss bei dem Waschen mit Seife gründlich die Kopfhaut massieren. Deswegen kann es passieren, dass sich Haare lösen, die ohnehin in den nächsten Tagen beim Kämmen o.ä. ausfallen würden. Das ist kein Grund zur Besorgnis, da dann meisten der Haarausfall in den folgenden Tagen weniger auftritt als normal
  • wenn sich die Haare belegt, wachsig und strähnig anfühlen, sollte man eine Grundreinigung machen, um den Buildup loszuwerden
  • die Haare könnten nach der Wäsche noch fettig sein. Man muss wirklich gründlich waschen und bei der Wäsche die Kopfhaut massieren. Seife renigt sehr sanft, deswegen kann man den Haaransaz ruhig mehrmals (2-3 Mal) nacheinander einschäumen. Es reicht nicht aus, die Seifenlauge nur sanft durch die Haare rinnen zu lassen, wie man es mit handelsüblichen Shampoos tun kann. Wenn man die Seife richtig einsetzt, kann man auch Öl und Haarkuren auswaschen
  • wenn sich die Haarlängen nach der Wäschen trocken anfühlen, kann man bei der nächsten Wäsche auch ein Seifenstück mit höherer Überfettung benutzen, das man aber lediglich in den Haarlängen einsetzt; der Ansatz bekommt nur etwas von der niedriger überfetteten Seife ab