Sebum

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Was ist Sebum?

Als Sebum wird der Hauttalg bezeichnet, der aus einem Stoffgemisch von aufgeplatzten und abgestorbenen Zellen besteht, die in Fette und wachsähnliche Stoffe umgewandelt wurden. Das Sebum (Hauttalg) wird in den Sebumdrüsen produziert, auch Hauttalgdrüsen genannt, die sich an den Haarwurzeln befinden und von der Basalmembran zur Lederhaut abgegrenzt werden. An den Ausgängen der Sebumdrüsen sitzen spezielle Propioni-Bakterien, die Teile des Fettes zu Emulgatoren umwandeln, indem sie sich davon ernähren. Dies hat zur Folge, dass sich das Sebum an der Hautoberfläche leichter verbreitet und bei 30°C halbfest und bei 40°C flüssig wird.

Das fettige Stoffgemisch, das in den Drüsen produziert wird, entsteht durch die Sebumzellen, die entlang der Basalmembran wachsen und durch ständige Teilung in das Innere der Hauttalgdrüsen gedrängt werden. Das Abdrängen der Sebumzellen in das Innere der Drüsen, basiert auf den geringen Platz, der an der Basalmembran durch die Zellteilung entsteht. Im Inneren der Sebumdrüsen, sterben die eingedrungenen Zellen durch einen chemischen Prozess ab, wobei Teile davon in Fette umgewandelt werden und zusätzlich wachsartige Stoffe entstehen.

Dieses Stoffgemisch aus geplatzten Zellen gelangt durch weiteres Abdrängen, entstehend durch die fortlaufende Zellteilung, durch eine Öffnung an den Drüsen, an die Hautoberfläche. An der Oberhaut verbindet sich das Sebum mit dem Schweiß und bildet eine schützende Schicht, über die gesamte Haut.

Entstehung

Talg wird von Sebozyten (Talgzellen) innerhalb der Zelle (intrazellulär) gebildet und durch Platzen der Zellen an die Hautoberfläche abgegeben (holokrine Sekretion). Er besteht aus Triglyceriden, Fettsäuren und Wachsestern. Die Talgdrüsenwand ist ähnlich aufgebaut wie das Stratum basale (Basalzellschicht) der Epidermis. Sie besitzt auch eine Keimschicht, die immer neue Sebozyten (Talg produzierende Zellen) produziert. Die neu entstandenen Zellen wandern in die Mitte der Drüse und beginnen Lipide (Fette) zu produzieren. Diese sammeln sich in den Zellen an. Wenn sie in der Drüsenmitte angekommen sind, haben sie so viele Lipide angesammelt, dass sie platzen. Die Zellen werden dadurch selbst zum Bestandteil des Talges. Wenn sich dieser Talgbrei dann durch den Follikelausgang auf die Haut schieben will, reißt er beim Hochschieben noch verhornte Zellen von der Follikelwand ab und nimmt diese mit nach oben auf die Haut. Die Hornblättchen stammen also vom Stratum corneum disconjunctum (→ Epidermis).

Die Menge des produzierten Talgs hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Veranlagung
  • Hormone wie Dihydrotestosteron
  • Geschlecht
  • Alter
  • Ernährung
  • Umwelteinflüsse


Zusammensetzung

Die Zusammensetzung des Talgs ist von Mensch zu Mensch etwas unterschiedlich. Richtwerte sind:

  • Triglyceride ca. 43%
  • freie Fettsäuren ca. 15%
  • Wachse ca. 23%
  • Squalene ca. 15%
  • Cholesterin ca. 4 %

Zu dieser Fettmischung kommen noch Proteine.


Erkrankungen

Ist die Produktion gestört, können Hautkrankheiten entstehen. Man unterscheidet Seborrhoiker mit übermäßig viel Talgproduktion und Sebostatiker mit geringer Talgproduktion. Ein Verschluss einer Talgdrüse kann zur Sekretstauung führen. Es kann eine Pore entstehen in die Krankheitserreger vermehrt eindringen können. Auf diese Weise kann sich ein Mitesser bilden.