Pomade

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Allgemein

Pomade ist ein salbenartiges Styling- und Pflegeprodukt aus verschiedenen, meist bedufteten Fetten. Im folgenden Artikel geht es nur um die Pomade fürs Haar, weitere Pomaden sind z.B. die Lippenpomade und die Enfleurage.

Pomade dient dem Formen und Festigen der Haare und ist damit ein Vorläufer von Haargel. Haarpomade wird ohne Alkohol hergestellt, weshalb sie die Haare nicht austrocknet. Zudem bleibt sie form- und kämmbar. Klassische käufliche Haarpomade besteht meist aus Vaseline und Bienenwachs/Mikrokristallinem Wachs. Verfeinert wird sie mit natürlichen Zutaten wie Lanolin und verschiedenen Pflanzenölen. Weiters werden einigen Pomaden noch Duftstoffe hinzugefügt.

Pomaden gibt es in verschiedenen Härtegraden (mehr festigende oder pflegende Eigenschaften), mit mehr oder weniger starkem Glanz, mit färbender Wirkung, mit Duft oder geruchsneutral, usw.

Bekannte Pomaden sind: Sweet Georgia Brown, Murray's, Black & White, DAX.

Geschichte

Pomade war zusammen mit Brillantine und Frisiercreme das Styling- und Pflegemittel in den 1920ern bis in die 1950er.

In den "goldenen Zwanzigern" wurde Pomade hauptsächlich von der afroamerikanischen Bevölkerung verwendet. Krauses Haar wird durch Pomade leichter frisierbar und erhält einen schönen Glanz.
Später, in den 1930er-1940er Jahren, gehörte Pomade zur täglichen Herrenpflege.
Ende der 1950er Jahre erreichte die Verwendung von Pomade unter anderem durch die Haartolle (auch Pompadour, Pomp oder Quiff genannt) und den sogenannten "Ducktail" (Entenschwanz) von Elvis Presley und anderen Rock and Roll- und Rockabilly-Musikern ihren Höhepunkt.

In der Nachkriegszeit wurde Pomade oft mit Schmiere, Schmalzlocken oder öligen Haaren gleichgesetzt, da damals tatsächlich aus Not auf Schmalz, Fett oder Butter als Ersatz für echte Pomade zurückgegriffen wurde.

Ein weiteres Highlight der Pomaden-Geschichte: Das Filmmusical "Grease" (z.Dt. Schmiere, Pomade) mit John Travolta in den 70er Jahren. Übrigens wurde fürs Haarstyling in diesem Musical keine Pomade verwendet.

Pomade selbst herstellen

Recht einfach in der Herstellung. Geeignet besonders für trockenes und lockiges Haar, aber auch zur Vorbereitung des Haares auf Flechtfrisuren.

Pomade nach Stephanie Faber


Alle Zutaten außer dem ätherischen Öl im Wasserbad schmelzen. Mit dem elektrischen Handrührgerät zu einer einheitlichen Masse mixen und abkühlen lassen. Wenn die Mischung etwa handwarm ist, das ätherische Öl einrühren und die Mischung kaltschlagen. In Cremedosen abfüllen.

Zur Anwendung etwas Pomade mit den Händen abschmelzen und sanft ins Haar einmassieren.

Einfaches Pomaderezept

Zutaten zusammenschmelzen und evtl. mit einem ätherischen Öl oder Parfümöl beduften.

Je nach gewünschter Konsistenz den Ölanteil erhöhen oder verringern. Mit diesem Mischungsverhältniss entsteht eine weiche Pomade, die hauptsächlich zur Pflege und für den Glanz verwendet wird. Je höher der Bienenwachsanteil, desto fester wird die Pomade und die Frisur.
Achtung: mit steigendem Wachsanteil lässt sich die Pomade immer schwieriger auswaschen.

Quelle: sub-cultures.de

Sirjas Spitzenbalsam

Sirjas Spitzenbalsam entspricht einer sehr festen Pomade.

Und wie werde ich Pomade wieder los?

Die klassischen Pomaden sind meist recht schwer wieder auszuwaschen. Ursprünglich waren sie auch nicht dazu gedacht, jedes Mal wieder komplett aus dem Haar gewaschen zu werden, da nach der Wäsche sowieso wieder Pomade ins Haar kam.
Bei einer Kleinstmenge Pomade im Haar, so dass die Fingerspitze gerade etwas fettig ist von der Pomade, klappt das Auswaschen ohne Tricks und Spezialschampoos.
Wer jedoch nur am Wochenende größere Mengen Pomade zum Stylen der Tolle benutzt, hat spätestens Sonntagabends ein Problem. Es gibt einige moderne Pomaden auf Wasserbasis (z.B. lila Sweet Georgia Brown und Layrite Superhold), die leicht auswaschbar sind.
Die Selbstgerührten Pomaden sind, je nach Bienenwachsanteil und den gewählten Ölen, sicher ebenfalls leichter auswaschbar.

  • In Afroshops und in einigen Internetshops gibt es Spezialshampoos, diese enthalten meist Pflanzenöle, um die Pomade zu lösen. Zum Auswaschen von Murray's Superior sind trotzdem meist mehrere Haarwäschen notwendig, je nachdem, wie viel von dieser Pomade vorher im Haar war.
  • Einer weitere Möglichkeit ist, einige Zeit vor der Wäsche Pflanzenöl (Olivenöl, Sesamöl, Distelöl...) ins Haar einzuarbeiten. Das Pflanzenöl löst die Pomade und sie lässt sich auswaschen. Bei manchem Haar lässt sich Öl besser mit Conditioner auswaschen.
  • Wer zu viel weiche Pomade im Haar hat, so dass die Haare ölig sind, kann auch vor der Wäsche Trockenshampoo verwenden (Anleitung siehe jeweilige Packung). Damit lässt sich ein großer Teil des Fetts schon vor der Wäsche entfernen.

Weblinks