Natron

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Natron wird auch Speisesoda, Backsoda, doppelkohlensaures Natron oder Natriumbicarbonat genannt. Im Handel findet man es u.a. unter den Namen "Kaisernatron" oder "Bullrichsalz". Die chemische Bezeichnung lautet Natriumhydrogencarbonat. Natron ist ein weißes Pulver, die Summenformel lautet NaHCO3 und es löst sich in Wasser mit schwach alkalischer Reaktion. Die englische Bezeichnung lautet baking soda (chem. sodium hydrogen carbonate).
Natronlösung fühlt sich leicht seifig an und hat eine milde Waschwirkung, ähnlich wie eine milde Seife.

NIEMALS Ätznatron/Natronlauge oder Waschsoda/kalziniertes Soda verwenden! Das bei uns als Soda erhältliche Pulver ist Natriumcarbonat, es wird auch kalziniertes Soda oder Waschsoda genannt. Waschsodalösung ist stark alkalisch und hautreizend!

pH-Werte von Natron- und Sodalösung

50g Natron in 1 Liter Wasser gelöst - pH 8,5
50g Soda in 1 Liter Wasser gelöst - pH 11,5

Selbst bei nur 10g Soda pro Liter Wasser beträgt der pH-Wert noch etwa 10,8! Der pH-Wert ist ein logarithmischer Wert, d.h. dass der Wert von z.B. pH 8 zu pH9 um den Faktor 10 ansteigt. Also ist die Sodalösung in dem Beispiel oben eintausendmal alkalischer.


INCI

Natriumhydrogencarbonat

Englische Bezeichnungen

Achtung bei der Übersetzung von englischen Seiten! HIer mal die wichtigsten Begriffe zum Thema Natron, Soda und Natronlauge.
soda lye, caustic soda lye = Natronlauge, Natriumhydroxid
soda, sodium carbonate, calcined soda = Soda, Natriumcarbonat, Waschsoda
baking soda, cooking soda = Natron, Natriumhydrogencarbonat
Und dann wird noch Limonade als Soda bezeichnet.


Anwendung / Mischungsverhältnis

Achtung: Natron nicht mit heißem Wasser übergießen, da es sich ab 50°C anfängt zu zersetzen. Bei Temperaturen über 65°C zerfällt das Natriumhydrogencarbonat (Natron) zu Wasser, Kohlensäure und Natriumcarbonat (Soda, Waschsoda). s.o.

Flüssiges Natron"shampoo"

Eine Waschmöglichkeit ist, 1EL Natron mit 500ml warmem Wasser zu verrühren. Diese Konzentration ist recht mild und kann bei Bedarf auf bis zu 2EL auf 500ml Wasser erhöht werden. Je nach Haarlänge werden 250ml bis 1l Natronlösung für eine Wäsche benötigt, man kann die Natronlösung sowohl auf nasses als auch auf trockenes Haar auftragen.

Das warme Natron-Wasser-Gemisch kann wie Haarshampoo verwendet werden, aber es muss im Anschluss eine saure Rinse (z.B. 500ml Wasser mit 1EL Essig oder Zitrone) durchgeführt werden, damit sich die Schuppenschicht der Haare wieder schließt.

Natronbrei

Eine weitere Möglichkeit ist, die entsprechende Natronmenge mit wenig Wasser zu einem Brei zu verrühren. Dieser Brei wird dann auf das angefeuchtete Haar bzw. den Haaransatz aufgebracht, kurz einmassiert und wieder ausgespült. Anschließend sollte eine saure Rinse (s.o.) durchgeführt werden.
Diese Art der Natronwäsche ist etwas intensiver als die vorher beschriebene, da deutlich mehr Natron verwendet wird. Sie ist nichts für empfindliche Schöpfe.

Natronpulver

Es soll auch Menschen geben, die einfach das Pulver auf den nassen Haaransatz streuen und dieses einmassieren. Danach ausspülen und eine saure Rinse durchführen. Das Verteilen ist jedoch schwieriger, vor allem bei langem Haar. Außerdem ist diese Waschmethode, ebenso wie die Methode mit dem Natronbrei, deutlich intensiver in der Waschwirkung. Auch hier gilt: Bei empfindlicher Haut lieber sein lassen.

Ergebnis

Die Haare werden mit der Natronwäsche, bei richtiger Natronkonzentration, sauber aber nicht quietschsauber. Sind die Haare nach der Wäsche trocken oder schuppt/spannt die Kopfhaut, war die Natronlösung und/oder die saure Rinse zu stark. Chemisch behandeltes Haar kommt auch nicht immer mit dieser Waschmethode klar da die Pflegekomponente evtl. zu kurz kommt. Außerdem ist Natron ein Farbzieher, d.h. durch den alkalischen pH werden die Haarschuppen bei der Wäsche abgespreizt und beim Auswaschen wäscht sich die angelagerte Haarfarbe leicht aus. Die saure Rinse legt zwar anschließend die Schuppen wieder an, dann ist die Farbe jedoch bereits weg.

Nicht bei jedem funktioniert die Natronwäsche, da die Fettlösekraft nicht ganz so hoch ist, wie bei konventionellen Shampoos. Manchmal ist auch eine gewisse Zeit der Umstellung nötig, bis sich die Kopfhaut an die Waschmethode gewöhnt hat und weniger nachfettet.
Generell ist es mit Natron kaum möglich exzessive Ölkuren auszuwaschen. Leichtes Ölen der Haarspitzen oder der Kopfhaut ist jedoch (meist) kein Problem.

Weblinks