Lavaerde

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Allgemeines

Lavaerde ist eine Art Tonerde, die gute Reinigungseigenschaften hat, obwohl sie völlig ohne Tenside auskommt. Man kann sich das in etwa so vorstellen wie feiner Ton oder Kreide, welche die Haut entfetten und leicht austrocknend wirken, obwohl sie nicht scharf sind wie herkömmliche Körperreinigungsmittel. Lavaerde ist wie viele natürliche Haarwaschmittel etwas gewöhnungsbedürftig in der Anwendung, denn beim Haarewaschen schäumt es nicht, und außerdem fehlt der shampootypische Duft. Dafür ist Lavaerde völlig mild und brennt nicht in den Augen oder auf verletzter Haut. Lavaerde ist auch für die Reinigung der Haut geeignet.

Da Lavaerde völlig anders ist als herkömmliche Shampoos, kann es anfangs zu Umstellungsproblemen kommen. Hier kann eine saure Rinse helfen.

Der Name Lavaerde kommt dabei nicht von dem flüssigen Gestein, sondern aus dem Lateinischen vom Wort lavare, welches waschen bedeutet.

Arten von Lavaerde-Produkten

Es gibt verschiedene Lavaerde-Produkte und Arten von Lavaerde:

  • Lavaerde in Tuben: Diese ist schon gebrauchsfertig angerührt, aber oft sind noch Zusätze wie Glycerin, Alkohol und Parfüm drin.
  • Lavaerde als Pulver oder trockene Stücke: Diese muss noch angerührt werden.

Dieser Artikel behandelt hauptsächlich Lavaerde, die noch angerührt werden muss. Die ist eben „echter” und aufgrund der fehlenden Zusätze bei empfindlicher, gereizter Haut besser verträglich.

Bestandteile

Es gibt verschiedene Mineralien mit verschiedenen Wascheigenschaften, aus denen die Lavaerde bestehen kann:

  • Hectorit
  • Montmorillonit
  • Kaolin

Empfohlen sei Lavaerde aus Hectorit, da dieser die besten Reinigungseigenschaften nachgesagt werden.

Das Anrühren

Lavaerde ist eigentlich denkbar einfach anzurühren. In einer alten Cremedose oder irgendeiner Kunststoff- oder Glasdose muss man das Pulver mit etwa der gleichen Menge lauwarmen Wassers aufgießen, umrühren und das Ganze zu einer Paste aufquellen lassen. Bei stückiger Lavaerde wird das Wasser von der Lavaerde einfach aufgesaugt, das Umrühren entfällt. Das Aufquellenlassen dauert ein paar Minuten, aber noch gleichmäßiger wird die Paste nach mehreren Stunden. Man kann die Lavaerde-Paste dann in einer Dose mit Schraubverschluss mehrere Wochen aufbewahren, ohne dass sie schlecht wird - sie wird mit der Zeit höchstens etwas austrocknen, wenn das Gefäß nicht luftdicht verschlossen ist.

Anfangs ist die benötigte Menge Wasser vielleicht etwas schwer abzuschätzen, damit die Paste nicht zu fest oder zu dünnflüssig wird, aber man bekommt schnell ein Gefühl für die richtige Menge. Außerdem ist es auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man lieber eine festere Paste oder einen flüssigeren Schlamm bevorzugt. Deshalb kann man keine genauen Angaben über das Verhältnis von trockenem Pulver zu Wasser machen.

Das Waschen

Die Lavaerde-Paste wird einfach auf die Kopfhaut und die nassen Haaransätze verteilt und leicht einmassiert. Das Verteilen ist natürlich nicht so einfach wie mit herkömmlichem Shampoo, aber man fühlt, ob man alle fettigen Stellen erwischt hat. Nach einigen Minuten Einwirkzeit wird die Lavaerde wieder gründlich mit lauwarmem Wasser ausgewaschen, und das war es schon. Die Haarlängen müssen nicht extra mit Lavaerde behandelt werden, denn sie werden durch das Ausspülen der Lavaerde gut genug gereinigt.

Nachteile/Gegenanzeigen

Laut Hersteller soll man Lavaerde nicht bei chemisch gefärbtem oder dauergewelltem Haar anwenden, da dessen Schuppenschicht angegriffen ist und die Lavaerde-Partikel sich im Haar anlagern können.

Einige Anwender beobachten, dass sich die Haare nach dem Waschen mit Lavaerde anfangs statisch aufladen. Dieser Effekt scheint sich nach einigen Anwendungen zu legen. Der statischen Aufladung kann man mit Leave-Ins oder dem Kämmen mit einem Horn- oder Holzkamm entgegenwirken.