Lanolin

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Wollwachs (Lanolin, Wollfett, lat. Lanolinum, Adeps lanae, frz. Lanoline) ist das Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen, das bei der Wäsche von Schafswolle zurückgewonnen wird.

Bezeichnungen

Für Lanolin gibt es mehrere Bezeichnungen, wobei man in Apotheken oft Mischungen bekommt:

Lanolinum => 15 T dickflüssiges Paraffin, 20 T Wasser, 65 T Wollwachs. (DAB 10 = Deutschland)

Lanolin => 10 T Olivenöl, 20 T Wasser, 70 T Wollwachs (Ph. Helv. 7 = Schweiz)

Cera lanae cum Aqua composita (Wasserhaltiges Wollwachs) / Lanolinum => 10 T flüssiges Paraffin, 20 T Wasser, 70 T Wollwachs (ÖAB90 = Österreich)

Lanolin anhydrat (INCI: Lanolin, Aqua) gibt es auch bei Rohstoffhändlern im Internet.


Eigenschaften

Das wasserfreie Wollwachs (lat. Adeps lanae anhydricus) des Europäischen Arzneibuches, eine hellgelbe, salbenartige Masse von schwachem, eigentümlichem Geruch, ist in Wasser unlöslich und schmilzt bei 40 °C. Wollwachs ist ein Gemisch aus flüssigen und festen wachsartigen Massen. Es hat die Fähigkeit, ein Mehrfaches seines Gewichtes an Wasser aufzunehmen, und bildet dabei eine Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O-Emulsion). In kosmetischen Präparaten wird gereinigtes Wollwachs als Coemulgator, stark haftendes Lipid und Überfettungsmittel eingesetzt. Von der Haut wird es resorbiert und zeigt wenig Neigung zum Ranzigwerden.

In chemischer Hinsicht ist es als ein Gemisch von Cholesterin- und Isocholesterin-Fettsäureestern aufzufassen. Es besteht zum größten Teil aus Estern und enthält daneben freie Alkohole und Kohlenwasserstoffe. Die Ester bestehen aus langkettigen Fett- und Wachssäuren, gebunden an Fettalkohole, Wachsalkohole, Cholesterin, Lanosterol sowie weiteren Sterolen.

Wollwachs besitzt sehr gute hautpflegende Eigenschaften, da es den transepidermalen Wasserhaushalt regulieren kann. So beschleunigt es die Wundheilung und ist deshalb in Wundsalben, Babycremes und Pflegecremes für die strapazierte Haut sowie in Hautschutzsalben enthalten. Seine pflegende Eigenschaft wird auch in Lederpflege-Produkten genutzt. Ein traditionelles Heilmittel, das sich die hautpflegenden Eigenschaften des Lanolins zunutze macht, ist die naturbelassene Heilwolle.

Die im Wollwachs bis ca. 10% enthaltenen freien Wollwachsalkohole sind verantwortlich für die emulgierenden Eigenschaften von Wollwachs und können in sehr seltenen Fällen allergische Reaktionen, z. B. Rötungen und Schwellungen, verursachen.