BDIH

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Das BDIH-Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik wurde 2001 eingeführt. Das Prüfsiegel wird vom Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel verwaltet.

Um den Naturkosmetik-Standard und das bekannte Prüfzeichen auch international zu verwenden, hat der BDIH die International Organic and Natural Cosmetics Corporation (IONC GmbH) gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die weltweite Kontrolle von kosmetischen Mitteln nach BDIH-Standard zu organisieren. Das BDIH-Label steht so auch in einer englischsprachigen Version der IONC zur weltweiten Verwendung zur Verfügung.

Vergabekriterien

  • Pflanzliche Rohstoffe soweit möglich aus kontrolliert-biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert-biologischer Wildsammlung.
  • Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte werden Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben.
  • Der Einsatz von Stoffen, die von Tieren produziert werden (z.B. Milch, Honig), ist gestattet. Der Einsatz von Rohstoffen aus toten Wirbeltieren (z.B. Emuöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, Collagen und Frischzellen) ist nicht gestattet
  • Keine Verwendung von genetisch veränderten Organismen.
  • Neben physikalischen Verfahren einschließlich der Extraktion mit Wasser, pflanzlichem Alkohol, Kohlensäure, pflanzlichen Fetten und Ölen sowie hieraus gewonnenem Glycerin sind enzymatische und mikrobiologische Verfahren zulässig, wie sie in der Natur vorkommen.
  • Es können Bestandteile verwendet werden, die durch Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung, Umesterung oder sonstige Spaltungen und Kondensationen aus folgenden Naturstoffen gewonnen werden: Fette, Öle und Wachse, Lecithine, Lanolin, Mono-, Oligo- und Polysaccharide, Proteine und Lipoproteine, Zucker, Stärke, Cellulose, Polysaccharide und Vitamine.
  • Verzicht auf organisch-synthetische Farbstoffe, synthetische Duftstoffe, ethoxilierte Rohstoffe, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte.
  • Die Zulassung natürlicher Riechstoffe richtet sich nach der ISO-Norm 9235. Außerdem können biotechnologisch gewonnene Riechstoffe verwendet werden.
  • Neben natürlichen Konservierungsmethoden sind nur folgende naturidentische Konservierungsmittel zugelassen: Benzoesäure, ihre Salze und Ethylester, Salicylsäure und ihre Salze, Sorbinsäure und ihre Salze, Benzylalkohol. Die Verwendung dieser Konservierungsstoffe muss auf der Verpackung angegeben werden.
  • Keine radioaktive Bestrahlung von organischen Rohstoffen oder Endprodukten.
  • Ein BDIH-zertifiziertes Produkt darf nur dann als „Bio“ bezeichnet werden, wenn der Bioanteil im Verhältnis zu allen in Bioqualität möglichen Bestandteilen des Erzeugnisses (also ohne Wasser und Mineralien) mindestens 95 % beträgt.


Unabhängige Kontrollinstitute prüfen die angemeldeten Naturkosmetik-Produkte regelmäßig auf die Einhaltung dieser Richtlinien hin.


Neben der Auswahl der eingesetzten Rohstoffe spielen noch weitere Kriterien eine Rolle:

  • Verbraucheraufklärung und Transparenz bei der Herstellung
  • Aktiver Einsatz gegen Genmanipulation
  • Umweltschonende Herstellungsverfahren und maximale Abbaubarkeit der Rohstoffe und Fertigprodukte
  • Sparsame, umweltverträgliche und recyclingfähige Verpackungen
  • Soziale Verträglichkeit: Rohstoffe aus Fair Trade- und Dritte-Welt-Projekten, kollegiales Miteinander


Weblinks