Hellerfärbung

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Hellerfärbungen sind ein Sonderfall der Färbungen. Aufhellen kann auch jede andere Färbung, allerdings nur um ca. 2 Tonhöhen. Möchte man eine stärkere Aufhellung, braucht man eine Hellerfärbung. Diese kann farblich unbehandelte Haare bis zu 5 Tonhöhen aufhellen. Auch dieses Produkt besteht aus zwei Komponenten, die kurz vor der Anwendung gemischt werden müssen: Der Farbcreme (in einer Tube) und dem Oxidationsmittel.
Bekannte Hellerfärbungen sind „Koleston Special Blonde“ von Wella, „Majiblond“ von L’Oreal.

Anwendungsgebiete

  • Aufhellen ungefärbter Haare bis ca. 5 Tonhöhen,
  • Farbrichtung und Farbtiefe in einem Durchgang ändern.

Wirkung

Eine Hellerfärbung enthält wenig Fertigfarbstoffe und hauptsächlich Oxidationsfarbstoffe, außerdem hat sie die Aufgabe, die natürlichen Pigmente möglichst stark abzubauen.
Deshalb muss die Farbcreme mit einem Oxidationsmittel gemischt werden, das eine Stärke von 9% bis 12% aufweist.
Außerdem enthält eine Hellerfärbung ein Alkalisierungsmittel, das benötigt wird, um die Schuppenschicht zu öffnen. Das Alkalisierungsmittel einer Hellerfärbung ist weniger flüchtig als das einer Färbung, denn die Alkalität muss bei einer Hellerfärbung über einen längeren Zeitraum möglichst hoch sein.
Aufgrund ihres Oxidationswertes über 6% und ihrer im Vergleich zur Färbung stärkeren Alkalität kann die Hellerfärbung besser natürliche Pigmente aufhellen. Zudem werden die Haare durch den hohen Alkaliwert stark aufgequollen, wodurch die Hellerfärbung in den tieferen Bereichen des Haares wirken kann und die Oxidation über längere Zeit möglich ist. Je höher der Oxidationswert ist, desto stärker ist auch die Aufhellung, da diese den Großteil des Oxidationsmittels benötigt. Das restliche Oxidationsmittel wird, wie bei der Färbung, für die Bildung der Oxidationsfarbstoffe gebraucht, denn im Gegensatz zu einer Blondierung sollen nicht nur natürliche Pigmente im Haar abgebaut werden, sondern es soll auch eine Veränderung der Farbrichtung stattfinden. Meistens soll ein Gelbstich vermieden werden und deshalb wird es auch hier den Oxidationsfarbstoffen ermöglicht, in das Haar einzudringen, wo sie mit Hilfe des Oxidationsmittels ausgebildet werden. Dadurch entstehen künstliche Farbpigmente, die chemisch mit dem Haarkeratin verbunden werden. Anders als die Fertigfarbstoffe befinden sich diese Pigmente also im Inneren des Haares und sind fest mit ihm verankert. Deshalb sind sie auch bei gesunden Haaren nicht auswaschbar. Wenn hellergefärbte Haare ihre Farbrichtung leicht ändern, geschieht das, weil auch die Hellerfärbung einen Anteil Fertigfarbstoffe enthält, die ausgewaschen werden.

Da es sich bei Hellerfärbungen um alkalische Farbbehandlungen handelt, müssen nach dem Ausspülen der Hellerfärbung die Haare wieder „abgesäuert“ werden, d.h. der natürliche pH-Wert muss wiederhergestellt und die Schuppenschicht wieder geschlossen werden. Dazu benutzt man eine Spülung (die meisten Spülungen haben einen pH-Wert im sauren Bereich) oder eine Saure Rinse.
Würde man auf das Absäuern verzichten, könnte es zu Haarschäden kommen oder es würde eine schleichende Oxidation einsetzen, d.h. der Farbbrei würde auch nach dem Ausspülen noch langsam weiterwirken und die Haarfarbe verändern.

Anwendung

Hellerfärbungen werden vor der Anwendung nach Packungsanleitung gemischt. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sollte man sich an das Mischungsverhältnis halten! Meistens braucht man die doppelte Menge des Oxidationsmittels. Es ist auch wichtig, beide Komponenten gründlich miteinander zu vermischen.

Man sollte man zum Auftragen Handschuhe tragen, denn der entwickelte Farbbrei färbt auch die Haut und kann sie auch angreifen.

Die Hellerfärbung wird mit einem Pinsel auf die sauberen trockenen Haare aufgetragen. Um die Kopfhaut weniger zu reizen, sollte die letzte Haarwäsche mind. einen halben Tag zurückliegen.

Grundsätzlich sollte die Hellerfärbung zuerst dort aufgetragen werden, wo die Farbveränderung am größten ist. Das ist bei einer Ansatzfärbung der Hinterkopf. Der Farbbrei muss sehr dick und gleichmäßig aufgetragen werden, um eine gleichmäßige Aufhellung zu gewährleisten. Die Einwirkzeit beträt mind. 30 min. und max. 60 min.
Anschließend wird mit Wasser ausgespült. Auf Shampoo sollte man verzichten, eine Spülung oder Saure Rinse ist allerdings Pflicht!

Haltbarkeit

Eine Hellerfärbung ist dauerhaft, da im Haar Pigmente abgebaut wurden und diese sich nicht wieder neu bilden. Verändert sich bei hellergefärbten Haaren die Farbrichtung („Vergilben“) kann es daran liegen, dass sich die wenigen Fertigfarbstoffe ausgewaschen haben oder sich Ablagerungen auf den Haaren befinden. Hier helfen direktziehende Tönungen bzw. eine gründliche Reinigung.

Schädigung der Haare

Hellerfärbungen schädigen aufgrund ihrer Wirkungsweise die Haare immer und je höher die Konzentration des Wasserstoffperoxids ist, desto stärker schädigen sie die Haare. Deshalb sollte immer ein möglichst schwaches Oxidationsmittel benutzt werden.
Die Hellerfärbung strapaziert die Haare stärker als eine Färbung und hellergefärbte Haare brauchen viel Feuchtigkeit und oft auch Proteine!