Haarausfall

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Dieser Artikel behandelt das allbekannte Problem des Haarausfalles. Es gibt verschiedene Ursachen dafür und Mittelchen dagegen, doch man sollte immer im Hinterkopf behalten: Wundermittel gibt es nicht.

Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren ist vollkommen normal!

Das gezielte Sammeln von ausgefallenen Haaren kann einen Verdacht auf HA erhärten oder entkräften. Dabei muss der Waschrhythmus berücksichtigt werden, das heißt, wer sich alle vier Tage die Haare wäscht und am Waschtag über 100 Haare verliert, muss sich keine Sorgen machen, wenn er an anderen Tagen deutlich darunter bleibt.

Arten

Es wird zwischen mehreren verschiedenen Arzten von Haarausfall unterschieden, unter anderem:

Diffuser Haarausfall

Diffuser HA ist nicht an einer bestimmten Stelle zu verorten, sondern äußert sich in ausfallenden und dünner werdenden Haaren am gesamten Kopf. Er hat zahlreiche Ursachen.

Kreisrunder Haarausfall

Die Ursachen von Kreisrundem HA sind noch nicht ausreichend erforscht (Stand: 2011). Es wird eine Autoimmunerkrankung vermutet, dh, das Abwehrsystem des Körpers greift die Haarwurzeln an. Dies ist nur eine Hypothese. Kreisrunder HA beginnt als langsam größer werdende kahle Kreise im Kopfhaar. In den meisten Fällen beginnen die Haare an den betroffenen Stellen von selbst wieder zu wachsen. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, aber es kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, ob diese Methoden tatsächlich Einfluss auf die Rückbildung haben, da sie auch von selbst eingetreten sein kann. Kreisrunder HA kann im Extremfall zum Verlust der Haare des gesammten Körpers führen.

Androgenetischer Haarausfall [beim Mann]

Ursache für den häufig als erblich bedingt bezeichneten Haarausfall (alopecia androgenetica) ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT). Dies führt zu einer sehr starken Verkürzung der Wachstumsphasen der Kopfhaare. Die Anzahl der Haarwurzeln geht hierbei nicht zurück, sondern die Haare bleiben so fein und fallen so schnell aus, dass eine Glatze sichtbar wird. Die Wirkung von DHT kann mit Medikamenten gehemmt werden, um das Fortschreiten dieser Art von HA aufzuhalten. Eine Rückbildung von bereits fehlendem Haar scheint auf diese Weise eingeschränkt möglich. Dieser HA äußert sich als wachsende Geheimratsecken und einer runden, dünner werdenden Stelle am Hinterkopf bis schließlich hin zur Glatze.

Schwangerschaft

In den Monaten nach einer Geburt kommt es gewöhnlich zu Haarausfall, da während der Schwangerschaft durch den hohen Östrogenspiegel die Haare ungewöhnlich lange Wachstumsphasen entwickelt haben. Während einer Schwangerschaft hat der Körper einen erhöhten Eisenbedarf, der bei Mangel zu HA führen kann.

Diffuser Haarausfall

Es gibt viele Ursachen für Haarausfall:

  • gereizte Kopfhaut
  • Nährstoffmangel, falsche Ernährung oder Diät
  • trockene Kopfhaut
  • zu starke mechanische Belastung (Belastung: siehe Basiswissen für Haarzüchter)
  • genetische Gründe
  • Allergie (etwa auf einen Inhaltsstoff eines Pflegeprodukts)
  • Krankheit und/oder Therapie
  • emotionale Belastungen

Gegen alle Ursachen, ausgenommen genetische Anlangen, kann man etwas tun. Hormonell bedingter Haarausfall bei Männern kann unter Umständen medikamentös behandelt werden.

Dem Haarausfall gegenwirken

Selbsthilfe

Zuerst sollte man versuchen, herauszubekommen, woran es genau liegt. Wer die Ursache kennt, tut sich in der Bekämpfung um einiges leichter.

Beginnen wir mit der gereizten Kopfhaut: Hier ist es wichtig, zu wissen, weshalb die Kopfhaut gereizt ist. In der Regel mag die Kopfhaut die scharfe Tenside im Shampoo nicht. Eine Umstellung auf Naturkosmetik wie Alverde (DM-Eigenmarke) oder Lavera kann helfen. Auch Haarseife wird oft empfohlen, da diese besonders mild ist.

Trockene Kopfhaut kann dieselben Gründe haben. Außerdem spielt hier der Faktor der trockenen Heizungsluft im Winter noch mit hinein - gegen trockene und auch gereizte Kopfhaut helfen deshalb auch Ölkuren sehr gut. Dazu wird, meistens vor dem Waschen, die Kopfhaut gründlich mit einem fettenden Öl massiert. Wer kein Hautöl da hat, kann auch das Öl aus der Küche nehmen - hauptsache, es ist kein Ätherisches, denn diese bewirken das Gegenteil.

Das Gegenmittel bei zu starker mechanischer Belastung ist selbsterklärend, oder? Schondendes Kämmen und ein grobzinkiger Kamm, sowie nicht nass kämmen schaffen Abhilfe.

Nährstoffmangel lässt sich mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Bierhefe und Blütenpollen entgegenwirken, aber eine gesunde Ernährung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Strenge Diäten gehen oft mit Haarausfall einher. Haarwurzeln sind für den Körper nicht essentiell; daher stellt er ihre Versorgung rasch ein, wenn er Mangel feststellt.

Nicht unterschätzt werden sollte die Möglichkeit, dass HA durch Stress oder andere emotionale Belstung verstärkt oder hervorgerufen worden sein kann.


Ärztliche Behandlung

Der für Haarausfall zuständige Arzt ist der Hautarzt. Er kann mithilfe von Beobachtung der Kopfhaut oder "Zieh-Tests" (ein sogenanntes "Trichogramm") Ausschluss über das Wachstumsverhalten der Haare geben. Auch kann er feststellen, ob womöglich ein vernarbender Haarausfall vorliegt (also ein solcher, bei dem Haarwurzeln dauerhaft zerstört werden). Wichtig ist sehr oft eine Blutuntersuchung. Hierbei spielen Blutwerte wie zum Beispiel der Zink- und Eisenwert eine Rolle. Wichtiger als der Eisenwert ist der Ferritinwert, also die Verfügbarkeit des Proteins, in dem der Körper sein Eisen einlagert. Dieser Wert ist erheblich weniger Schwankungen unterworfen als der Eisenwert und daher aussagekräftiger.

Ein Allergietest auf übliche Inhaltsstoffe von Kosmetika kann ebenfalls angebracht sein, muss aber nicht zwangsläufig auch den Verursacher aufdecken können, wenn es sich um eine Allergie handelt. Ein Wechsel auf Shampoos mit möglichst anderen und besonders wenig unterschiedlichen Inhaltsstoffen (und Verzicht auf Spülung) kann der Haut Gelegenheit zur Erholung geben.

Auch auf Krankheiten wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, die oft mit Haarausfall einhergehen, da sie Auswirkung auf die Blutwerte haben, sollte ein Betroffener sich von einem Arzt testen lassen, nicht nur wegen der Haare.


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