Galläpfel

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Galläpfel sind rundliche, verhärtete Verdickungen, die im Herbst an der Unterseite von Eichenblättern gefunden werden können.

Ein wenig Zoologie...

Galläpfel oder auch Eichengallen entstehen durch die besondere Fortpflanzungsart der Gemeinen Eichengallwespe (Cynips quercusfolii), deren Eier im Sommer an der Unterseite der Blätter abgelegt werden. Durch die "Verwundung" des Blattes durch die Eiablage in die Blattader beginnt die Eiche nun, den Schaden zu überkompensieren und bildet eine sog. Folii- oder Blattgalle, in der die Larve der Gallwespe nun heranwächst.
Im Herbst schlüpft aus dieser Galle dann das stets weibliche Insekt, welches ein unbefruchtetes Ei in den Vegetationskegel einer Eichenknospe legt, aus dem später wiederum eine sog. Knospengalle (Taschenbergii-Galle) wird. Aus dieser schlüpfen dann im kommenden Sommer eine neue Generation männlicher und weiblicher Gallwespen.
Nach erfolgter Paarung legen die Weibchen wiederum mit dem sog. Legestachel Eier in die Blattader eines Eichenblattes ab, und der Kreislauf beginnt von neuem.

Gerbsäuren

Eichengallen enthalten durchschnittlich 55-65 % Gerbsäuren.
Eine besondere Variante, die Knoppern, enthalten nur 25-28% Gerbstoffe und werden gewerblich als Rohstoff gehandelt.
Aus den Gerbstoffen der Galläpfel wird u. a. ein Gerbmittel für die Lederverarbeitung gewonnen, ferner stellt man aus dem Absud von Galläpfeln mithilfe von Metallsalzen die Eisengallustinte her, die durch ihre Licht- und Farbechtheit heute noch zum Unterzeichen wichtiger Dokumente genutzt wird.

Rastik

Rastik ist ein aus gerösteten Galläpfel und Metallsalzen bestehendes Haarfärbemittel, das Haare tiefschwarz färben soll.
Es handelt sich hierbei um eine semipermanente Haarfärbung, die sich nur sehr langsam und selten rückstandsfrei wieder auswaschen lässt.

Vorsicht: durch die Verwendung von Metallsalzen sollte rastikgefärbtes Haar nicht chemisch überfärbt werden!!