Der Aufbau des Haares

Aus Langhaarwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Um richtige Langhaarpflege zu betreiben, ist es nützlich und hilfreich, den Aufbau eines Haares zu verstehen.

Grundsätzliches

Zunächst einmal bestehen Haare aus aus verhornten Zellschichten. Sie sind totes Material, daher können Haare auch nicht, wie so oft in der Werbung angepriesen, repariert werden. Schäden wie z.B. durch Glätten sind irreperabel, sie summieren sich daher auch im Laufe der Zeit. Pflegemaßnahmen, wie z.B. Öle (siehe anderes Thema), sind meist provisorisch oder mildernd. Wenn allgemein von "reparieren" geredet wird, sind meist „Überdecker“ gemeint. Dazu mehr unter Silikone o.Ä..

Ein Haar besteht aus drei Schichten (von innen nach außen):

  • Medulla
  • Cortex
  • Cuticula

Die Medulla (Mark des Haares)

Sie ist der „Kern“ eines Haares und besteht aus Keratin, sie wird auch häufig als Markkanal bezeichnet. Aufgrund von Drogen- oder Medikamenteinwirkungen kann diese Schicht angegriffen werden. Trotzdem wurden bei solchem Haar noch keine negativen Effekte festgestellt. Warum das so ist, muss erst genauer erforscht werden.

Der Cortex (Mantel eines Haares)

Er ist der wirkliche Hauptbestandteil, der geschützt werden muss. Er macht etwa 75 bis 90% des Haares aus und besteht aus parallel verlaufenden Keratinfasern. Der Cortex bestimmt die Beschaffenheit der jeweiligen Haare, also Struktur, Farbe, Elastizität, Dicke usw. und speichert Feuchtigkeit.

Die Cuticula (Schuppenschicht)

Sie ist das durchsichtige „Schutzmäntelein“ eines jeden Haares. Die Cuticula ähnelt in ihrem Aufbau dem von Fischschuppen oder Dachziegeln, also kleinen, sich überlappenden Plättchen. Ohne Cuticula liegt der Cortex entblößt und ist äußerlichen Schädigungen „hilflos“ (es kann nicht schreien, keine Angst ;) ) ausgesetzt, was eine Qualitätsminderung in Form von Feuchtigkeitsverlust, also mangelnder Geschmeidigkeit, Elastizität und Glanz, Spliss und Haarbruch mit sich bringt. So ziemlich genau das, was es zu vermeiden gilt. Das Anliegen der Cuticula nehmen wir als Glanz wahr. Neben dem Wichtigsten, nämlich der gesunden Ernährung, ist es also unser Hauptziel, die Cuticula zu bewahren und den Cortex zu schützen. Das kann vor allem durch einen liebevollen, sorgsamen und pfleglichen Umgang mit unserem Haar erreicht werden.
Beim Kontakt mit Wasser, beim Waschen oder aufgrund eines Regengusses und bei Wärme „spreizt“ sich unsere Cuticula, unsere Schuppenschicht. In diesem Zustand ist das Haar besonders gefährdet. Wird das „gespreizte“ Haar nun durch grobes Kämmen, Bürsten oder dergleichen bearbeitet, können die einzelnen Schuppen in Mitleidenschaft gezogen oder gar komplett abgerissen werden. An diesen Stellen liegt der Cortex dann frei und das Haar wird stumpf, glanzlos, spröde.
Daher gilt vor allem bei nassem Haar, mechanische Belastung zu vermeiden. Milde Shampoos, die die Schuppenschicht nicht so stark belasten, höchstens vorsichtiges Kämmen mit einem groben, gratfreien Kamm oder mit den Fingern und haarschonendes Hochstecken sind dabei die besten Methoden. Das Gleiche gilt natürlich ebenso bei trockenem Haar. Schließlich wird die Cuticula ständig belastet und liegt nach Geburt eigentlich nie wieder komplett an.
Um die Schuppenschicht wieder anzulegen, besteht des Weiteren auch die Möglichkeit einer sauren Rinse (etwa ein Liter kaltes Wasser mit 2-3 EL Essig oder Zitronensaft). Durch die Säure, aber auch durch die Kälte, ziehen sich die Schuppen wieder zusammen und legen sich (noch nicht ganz) wieder an, so dass das Haar schon eher geschützt ist. Eine Saure Rinse kann helfen, jedoch niemals den sorgfältigen Umgang mit den Haaren ersetzen.

Weblinks