Borretschsamenöl

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Allgemein

Borretsch (auch: Boretsch) wird auch als Gurkenkraut, Herzfreude, Wohlgemutsblume, Liebäugelein und Blauhimmelstern (wegen der Blüten) bezeichnet. Borretsch ist eine Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze wird seit dem späten Mittelalter in Mitteleuropa kultiviert.

Borretschsamenöl ist ein mittelspreitendes und halb trocknendes Öl.


INCI

Borago officinalis


Jodzahl

130-150


Inhaltsstoffe, Zusammensetzung

  • Linolsäure 37%
  • γ-Linolensäure 21%
  • Ölsäure 17%
  • Palmitinsäure 10%
  • Erucasäure 3%
  • Tocopherole 73–111 mg/100 gr
  • Flavonoide
  • Mineralstoffe
  • Anteile an Unverseifbarem 0,5-2%


Im Vergleich zu dem bekannten Nachtkerzenöl weist Borretschsamenöl einen ca. doppelt so hohen Gehalt an γ-Linolensäure auf, jedoch deutlich weniger Linolsäure. Auch ist sein Gehalt an gesättigten Fettsäuren höher.


Kosmetische Verwendung

Borreschsamenöl ist das Öl mit dem höchsten Gehalt an Gamma-Linolensäure (ca. 21 %, zum Vergleich: Nachtkerzenöl enthält etwa 9%, Hanföl etwa 2-3%). Es eignet sich hervorragend zur Pflege neurodermitischer, entzündlicher und schuppiger Haut und kann innerlich und äußerlich angewendet werden.

Die ernährungsphysiologisch kritische Erucasäure liegt mit unter 5% unter dem gesetzlichen Grenzwert für Lebensmittel (Vergleiche auch Rapsöl).

Die in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide können bei unsachgemäßer Gewinnung ins Öl gelangen. Diese wurden bisher jedoch nur in Spuren bzw. gar nicht nachgwiesen. (H. Ippen: Gamma-linolenic acid better from evening primrose oil or from borage?, in: Zeitschrift für Phytotherapie 3/1995)


Wichtige Hinweise

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Borretschsamenöl Spuren an Pyrrolizidinalkaloiden (siehe oben) enthält. Bei langdauernder Einnahme, z.B. zur Nahrungsergänzung, könnten jedoch auch diese geringen Mengen zu Schädigungen führen. Daher ist es sinnvoll, Borretschsamenöl nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem Arzt länger einzunehmen. Die Angaben über den Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden sind je nach Quelle sehr unterschiedlich, um sicher zu sein sollte man Borretschsamenöl innerlich nicht länger anwenden.

Wechselwirkungen:

Borretschsamenöl sollte nicht angewendet werden von Personen, die mit blutgerinnungshemmenden Mitteln nehmen oder Arzneimittel einnehmen, die die Krampfschwelle herabsetzen. Auch Personen mit Anfallsleiden sollten Borretschsamenöl meiden.


Weblinks