Blondierung

Aus Langhaarwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Blondierungen gibt es auch unter den Namen „Bleaching“ und „Aufheller“ zu kaufen. Auch Blondierungen bestehen aus zwei Komponenten, die kurz vor der Anwendung gemischt werden müssen: Meistens aus einem weißen oder blau-violetten Pulver oder Granulat und aus einem Oxidationsmittel. Einige Firmen bieten auch Pasten anstatt eines Pulvers an.

Eine Blondierung ist keine starke Hellerfärbung. Während Hellerfärbungen Pigmente im Haar abbauen, gleichzeitig aber auch neue Farbstoffe zuführen, beschränkt sich die Blondierung darauf, nur Pigmente abzubauen. Die meisten Blondierpräparate enthalten auch blau-violette Farbstoffe, die einem Gelbstich vorbeugen sollen, allerdings sind diese nur ein kleines Extra, da meistens kühle Blondtöne ohne Gelbstich erreicht werden sollen. Die eigentliche Aufgabe der Blondierung besteht aber nicht in der Änderung der Farbrichtung, sondern ausschließlich in der Veränderung der Farbtiefe: eine Blondierung soll aufhellen.

Besonders häufig benutzt man Blondierungen für partielle Anwendungen (Strähnen), selten werden die kompletten Haare blondiert, da eine Blondierung eine Strapaze für die Haare und die Kopfhaut bedeutet.
Es gibt Blondierpräparate, die ausschließlich zum Strähnen der Haare vorgesehen sind. Diese sollten nicht mit der Kopfhaut in Kontakt kommen, da sie besonders stark alkalisch sind und die Haut schädigen können!
Für globale, leichte Aufhellungen kann auch eine Blondierwäsche zubereitet werden.
Sollen farblich behandelte Haare aufgehellt werden, muss auf eine Blondierung zurückgegriffen werden!
Bekannte Blondierpräparate sind „Blondor“ von Wella und „Platinium „ von L’Oreal.

Anwendungsgebiete

  • Globales oder partielles Aufhellen farblich unbehandelter Haare bis zu 7 Tonhöhen,
  • Globales oder partielles Aufhellen farblich behandelter Haare bis zu 7 Tonhöhen.

d.h. Blondierungen werden nur benutzt, wenn:

  • das Farbziel mit einer Hellerfärbung nicht zu erreichen ist, also 4 Töne heller als die Naturfarbe ist,
  • das Farbziel ein deutlich hellerer und kühler Ton ist und die Naturfarbe dunkel und/oder stark rotpigmentiert ist,
  • farblich behandelte Haare aufgehellt werden sollen,
  • das Farbziel eine sehr leuchtende Farbe ist und die Ausgangsfarbe so hell wie möglich sein soll.

Wirkung

Bei einer Blondierung entscheidend sind das Oxidationsmittel und die Alkalisierungsmittel.
Als Oxidationsmittel steht auch hier Wasserstoffperoxid in den Stärken 6% - 12% zur Verfügung. Meistens reicht auch eine viel niedrige Konzentration aus, weshalb man auf die Oxidationsmittel der Intensivtönungen ausweichen kann, deren Stärke zwischen 1,9% und 4% liegt.
In den Blondierpulver bzw. -pasten sind häufig auch Oxidationsmittel enthalten, meistens Peroxidsulfate. Dabei handelt es sich um sogenannte „Blondierverstärker“, die in Verbindung mit dem Wasserstoffperoxid einen besonders starken und langandauernden Blondiervorgang ermöglichen. Bei einigen Blondierpräparaten kann der Blondierverstärker auch erst nachträglich dem Blondierbrei zugefügt werden.
Weiterhin sind in den Blondierpulver und –pasten auch Alkalisierungsmittel enthalten.
Dabei handelt es sich meistens um Ammoniak und alkalisch reagierende Salze.
Auch beim Blondiervorgang quillt das Alkalisierungsmittel die Haare stark auf, wodurch das Blondiermittel in das Haar eindringen kann. Dort verbindet sich der Sauerstoff des Oxidationsmittels mit den Pigmenten des Haares (und künstlichen Pigmenten) und baut sie ab bzw. verändert sie so, dass sie ihre Farbe verlieren.
Blau-violette Farbstoffe werden in und kurz unter der Schuppenschicht eingelagert, um einem unerwünschten Gelbstich vorzubeugen. Allerdings ist der tatsächliche Effekt umstritten.

Da es sich bei Blondierungen um stark alkalische Vorgänge handelt, müssen nach dem Ausspülen der Blondierung die Haare wieder „abgesäuert“ werden, d.h. der natürliche pH-Wert muss wiederhergestellt und die Schuppenschicht wieder geschlossen werden. Dazu benutzt man eine Spülung (die meisten Spülungen haben einen pH- Wert im sauren Bereich) oder eine Saure Rinse.
Würde man auf das Absäuern verzichten, könnte es zu Haarschäden kommen oder es könnte eine „schleichende Oxidation“ einsetzen, d.h. die kleinsten Blondierreste in den Haaren würden auch nach dem Ausspülen weiterwirken und die Haare immer heller werden.

Anwendung

Blondierungen werden erst kurz vor der Anwendung nach Anleitung gemischt, da sie keine Zeit zum Entwickeln brauchen und an Wirkung verlieren, je länger sie unbenutzt an der Luft stehen. Das Mischverhältnis ist bei den meisten Produkten variabel, als Richtlinie dient das Verhältnis 1:1, d.h. Blondierpulver bzw. –paste und Oxidationsmittel werden zu gleichen Teilen zu einem streichfähigen Brei gemischt. Der Anteil des Oxidationsmittels kann aber auch problemlos auf das Dreifache erhöht werden, wenn eine flüssigere Konsistenz gewünscht ist. Es ist auch wichtig, beide Komponenten gründlich miteinander zu vermischen.

Eine Blondierwäsche für eine globale, leichte Aufhellung wird in folgendem Verhältnis angemischt: 30 ml Oxidationsmittel + 30 Gramm Blondierpulver bzw –paste + 60 ml warmes Wasser + 5 ml Shampoo.

Auf jeden Fall sollten Handschuhe getragen werden, da eine Blondierung auch die Haut angreifen kann.

Auch Blondierungen werden mit dem Pinsel zuerst dort aufgetragen, wo die Aufhellung am stärksten sein soll. Bei Ansatzblondierungen und Ansatzsträhnen wird nur der Ansatz mit dem Blondierbrei eingestrichen. Die Haare sollten vor der Anwendung trocken und sauber sein. Um die Kopfhaut zu schonen, sollte die letzte Haarwäsche mind. einen halben Tag zurückliegen.

Eine Blondierwäsche wird auf die gleichmäßig angefeuchteten Haare aufgetragen und vorsichtig eingearbeitet. Dazu kann ein kleines Schwämmchen benutzt werden.

Die Einwirkzeit hängt von der Ausgangsfarbe, der Zielfarbe und dem Haarzustand ab. Zwischen 5 min. (Blondierwäsche) und 90 min. ist alles möglich.
Anschließend wird die Blondierung mit kühlem Wasser ausgespült. Auf Shampoo sollte man verzichten, eine Spülung oder Saure Rinse ist allerdings Pflicht!

Haltbarkeit

Eine Blondierung ist dauerhaft, da im Haar Pigmente abgebaut wurden und diese sich nicht wieder neu bilden. Verändert sich bei blondierten Haaren die Farbrichtung („Vergilben“) kann es daran liegen, dass sich Ablagerungen auf den Haaren befinden. Hier hilft eine gründliche Reinigung.

Schädigung der Haare

Blondierungen schädigen aufgrund ihrer Wirkungsweise die Haare immer spürbar und je höher die Konzentration des Wasserstoffperoxids und je länger die Einwirkzeit ist, desto stärker ist die Schädigung. Deshalb sollte immer ein möglichst schwaches Oxidationsmittel benutzt werden.
Blondierungen strapazieren die Haare meistens relativ stark und können die Haare regelrecht auslaugen. Im schlimmsten Fall dehnen sich die Haare im nassen Zustand wie Kaugummi und reißen ab.
Einen deutlich erhöhten Bedarf an Feuchtigkeit und Proteinen weisen nahezu alle blondierten Haare auf!