Basiswissen für Haarzüchter

Aus Langhaarwiki
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Ein Mensch hat etwa 100.000–150.000 Kopfhaare, die pro Tag 0,3 bis 0,5 mm, in einem Jahr ca. 15 cm wachsen. Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren ist normal, erst darüber hinaus spricht man von Haarausfall.

Haare hängen, wie Fingernägel, nicht mehr am Stoffwechsel und regenerieren sich daher nicht. Ein kaputtes Haar oder ein eingerissener Fingernagel können nicht repariert werden.

Der Aufbau des Haares ist vergleichbar mit dem eines Tannenzapfens. Bei gesunden Haaren liegt die Schuppenschicht eng an, Licht wird gut reflektiert und die Haare sehen glänzend und gesund aus. Wird die Schuppenschicht durch verschiedene Belastungen angegriffen stehen die Schuppen ab, dadurch erscheint das Haar matt, fühlt sich rau an und kann brechen. Um die Haare gesund und glänzend zu erhalten gilt es also Belastungen für das Haar zu minimieren.


Belastungen vermeiden

Mechanische Belastungen durch:

  • Toupieren,
  • Bürsten und Kämme mit scharfen Kanten,
  • unvorsichtiges Kämmen und Bürsten (besonders empfindlich sind nasse Haare),
  • einklemmen unter Taschen und Gurten oder zwischen Rücken und Stuhllehne,
  • draufsetzen, -knien oder -treten
  • reiben an grober Kleidung
  • rubbeln beim Waschen oder beim Trocknen mit Handtüchern,
  • auseinanderreissen der Haare nach Harspray- oder Haargel-Einsatz
  • ...


Chemische Belastungen durch:

  • aggressives oder zu konzentriertes Shampoo (siehe auch Shampoo verdünnen),
  • Färbungen,
  • Glättungen,
  • Dauerwellen,
  • Leave-In mit zu aggressiven Inhaltsstoffen
  • Haarlacke, -sprays und -gele mit aggressiven Inhaltsstoffen
  • ...


Thermische Belastungen durch:

  • Fönen,
  • Glätten,
  • Trockenhaube,
  • Lockenstab,
  • intensive Sonneneinstrahlung
  • ...

Schonendes Waschen

Waschen ist keine Pflege, im Gegenteil, es ist für das Haar eine starke mechanische und chemische Belastung. Man kann verschiedene Waschmethoden ausprobieren.

Shampoo verdünnen ist eine Möglichkeit, die Belastungen beim Waschen zu verringern. Es lässt sich so einfacher verteilen, wodurch die mechanische Belastung reduziert wird, außerdem ist ein weniger konzentriertes Shampoo auch weniger schädlich für das Haar. Abgesehen davon ist verdünntes Shampoo milder zur Kopfhaut, die dadurch nicht so radikal gereinigt wird und schlussendlich weniger nachfettet. Der Verdünnungsgrad ist individuell von Produkt und Haar abhängig, man muss also ein bisschen probieren bis man das richtige Verhältnis für sich selbst gefunden hat. Trotz verdünntem Shampoo sollte allerdings nur die Kopfhaut eingeschäumt werden, um unnötiges Austrocknen der Längen zu vermeiden. Die Längen sind selten so schmutzig, dass sie das Shampoo wirklich brauchen - das herablaufende Shampoo beim Ausspülen der Kopfhaut reicht im Normalfall aus.

Das richtige Shampoo auszuwählen ist bei der Produktvielfalt gar nicht so einfach. Folgende Inhaltsstoffe verursachen häufig Probleme:


Es lohnt sich also, einen Blick auf die INCI-Liste zu werfen. Bei der Bewertung helfen auch INCI-Tester im Internet.

Pflege

Um die richtige Pflege für die eigenen Haare zu finden, sollte man als erstes den Protein und Feuchtigkeit-Test machen.

Je nach Haarzustand eignen sich verschiedene Kuren, um die Haare mit Pflege zu versorgen.

Außerdem empfiehlt sich die Anwendung von Öl, um den Haaren Feuchtigkeit zu spenden und sie geschmeidig zu halten und dadurch Trockenheit und Spliss vorzubeugen.
Dabei sollte das Öl am besten auf die trockenen Haare gegeben werden, da Wasser - entgegen der ersten Vermutung - den Haaren keine Feuchtigkeit spenden kann.

Umgang mit den Haaren

Beim Umgang mit den Haaren sollte man bedenken, wie alt ein Haar in den Längen schon ist und wie oft es verschiedenen Belastungen ausgesetzt war. Beim Kämmen sollte man daher vorsichtig sein und erst mal die Spitzen entwirren, dann kann man langsam immer weiter oben anfangen. Feuchte Haare sollte man am besten gar nicht kämmen, wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollte man es besonders vorsichtig tun. Kämme sollten gratfrei und glatt sein. Es gibt sie aus verschiedenen Materialien, z.B. Holzkamm, Hornkamm und Kunststoffkamm. Die Wildschweinborstenbürste eignet sich zum Ausbürsten von Staub und um überschüssiges Fett vom Ansatz weg zu bürsten.


Um die Spitzen zu schonen und ein verknoten von einzelnen Haaren zu vermeiden, kann man verschiedene Frisuren tragen.


Schneiden

Da sich Haare nicht reparieren lassen, müssen gespaltene Spitzen abgeschnitten werden. Man muss allerdings nicht wegen ein paar gesplisster Haare Länge opfern, sondern kann nur einen Splissschnitt machen.
Auch regelmäßige Microtrims können helfen, die Spitzen dicht und gesund zu halten.

Schneiden sollte man nur mit wirklich scharfen Haarschneidescheren, auf keinen Fall mit Papier- oder Nagelscheren, da diese das Haar abquetschen und somit ein zerfetztes Haarende hinterlassen, sowie die innere Struktur freilegen, so dass viel leichter Spliss entstehen kann.