Arganöl

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Allgemein

Das Arganöl (auch Arganenöl) wird aus den Fruchtkernen des Arganbaums gewonnen. Es zeichnet sich durch seine goldene Farbe und seinen intensiven Geruch aus.

Es gibt heute nur noch begrenzte Bestände des Arganbaumes im Südwesten Marokkos. Die Unesco rief daher 1998 diese Region als Biosphären-Reservat aus. Die Arganbäume sind Staatseigentum, die Berber genießen Nutzungsrechte, dürfen die Bäume jedoch weder schütteln, noch abholzen. Zur Ölgewinnung dienen ausschließlich die Kerne, die am Boden eingesammelt werden können.

Die traditionelle Ölherstellung ist arbeits- und zeitaufwändig und wird in reiner Handarbeit von Berberfrauen durchgeführt. Die Kerne werden getrocknet, geröstet, in Steinmühlen gemahlen und mit warmem Wasser zu einem Teig gerührt. Durch Kneten von Hand wird das Öl herausgelöst so dass es schließlich abgeschöpft werden kann. Der Ertrag ist sehr gering, aus 100 kg Früchten wird nur ca. 1 Liter Arganöl gewonnen.

Mittlerweile werden jedoch auch in Frauen-Kooperativen zunehmend Ölpressen und Edelstahlfilter verwendet, um die zeit- und kraftaufwändige Handpressung zu ersetzen. Dadurch ist eine Ölgewinnung ohne Zusatz von Wasser und unter verbesserten hygienischen Verhältnissen möglich. Mit diesen Ölpressen wird auch ungeröstetes Arganöl hergestellt.

Arganöl ist ein mittelspreitendes und nicht trocknendes Öl.


INCI

Argania spinosa


Inhaltsstoffe, Zusammensetzung

  • Ölsäure (ca. 45–48 %)
  • Linolsäure (ca. 31–35 %)
  • Palmitinsäure (ca. 12–15 %)
  • Stearinsäure (ca. 5–6 %)
  • Unverseifbare Bestandteile (ca. 1 %): Phytosterole (α-Spinasterol und Schottenol), α-Tocopherole (ca. 62 mg/100 g Tocopherole, darunter ca. 70 % α-Tocopherol), Carotinoide, Triterpenalkohole, Kohlenwasserstoffe

In seiner Fettsäurezusammensetzung schneidet Arganöl im Vergleich zu anderen Ölen eher mittelmäßig ab und ist dem Erdnussöl ähnlich. Das Öl enthält 20 % gesättigte Fettsäuren und 80 % ungesättigte Fettsäuren. Das Verhältnis von Linol- zu Alpha-Linolensäure ist als eher ungünstig anzusehen (340:1). Als besonders gesundheitsfördernd wird ein Verhältnis von 4:1 angesehen (siehe Hanföl).

Tocopherole

In Werbeaussagen wird oft der besonders hohe Tocopherolgehalt gepriesen. Rapsöl und Sonnenblumenöl haben einen vergleichbaren Tocopherolgehalt, der von Weizenkeimöl ist sogar deutlich höher. Der Tocopherolgehalt von Olivenöl ist jedoch deutlich geringer, er beträgt etwa die Hälfte.

Phytosterole

Phytosterole (auch: Phytosterine) sind pflanzliche Sterine, die im menschlichen Organismus die Aufnahme von Cholesterin reduzieren können. Der durchschnittliche Gehalt an Phytosterolen liegt bei 130-200 mg/100g. Bei anderen haushaltsüblichen Speiseölen liegt der durchschnittliche Gehalt bei 200-400 mg/100g (Sanddornöl weist sogar >1,0 g/ 100g auf).

Die Zusammensetzung der Phytosterine in Arganöl ist dennoch etwas besonderes. Es enthält die Phytosterole Schottenol un Spinasterol, beide kommen in anderen Speiseölen nicht bzw. nur in geringen Mengen vor. In Berichten wird Schottenol als ein Glucosid mit Antitumorwirkung beschrieben. Spinasterol wirkt offenbar zellstimulierend. Ob die gefundenen Gehalte ausreichen, diese Wirkungen sicher zu erzielen, ist bisher noch nicht untersucht worden.


Qualitätsproblem

Arganöl wird in letzer Zeit häufig mit anderen günstigeren Ölen verschnitten ohne dass dies deklariert würde.

In Marokko ist die Verschneidung mit Fremdölen nicht unüblich, teilweise zur Erhöhung der Haltbarkeit, teilweise zur Gewinnmaximierung.


Kosmetische Verwendung

Hervorragendes Öl für trockene und reife Haut und auch für erkrankte Haut (z.B. Neurodermitis und Schuppenflechte).
Arganöl wird auf dem europäischen Markt im Wesentlichen in zwei Varianten verkauft: eine wird aus zuvor gerösteten Kernen gepresst und hat ein nussiges Aroma und einen charakteristischen Geruch (das ist das traditionelle Berberöl), die andere entstammt den naturbelassenen Kernen und ist im Geruch dezenter.

Kosmetisch ist die ungeröstete Variante besser, sie wird auch in Marokko als kosmetisches Öl bevorzugt.

Bei der Haarpflege wird es gegen trockenes und brüchiges Haar sowie gegen Haarausfall eingesetzt.


Weblinks