Allgemeines zu Ölen

Aus Langhaarwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Den Ratschlag, für die Haare Öl zu verwenden, hört man öfter. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Wozu sollte und kann man Öl überhaupt benutzen? Wie wird Öl angewandt?

Wozu Öl?

Öl besitzt die Fähigkeit, sich wie ein schützender Film um die Haare zu legen und gehört somit zu den ("guten", da leicht löslichen) Filmbildnern. Nimmt man nun ein paar Tropfen Öl und gibt diese in die (am besten trockenen oder allerhöchstens ganz leicht feuchten) Haarspitzen und -längen, so schließt das Öl Feuchtigkeit im Haar ein und hilft, diese im Haar zu halten, wodurch das Haar länger geschmeidig und saftig bleibt. Es kann zudem (in geringer Dosis) gegen fliegende, abstehende Härchen verwendet werden. Natürlich finden verschiedenste Öle auch Verwendung in Sprüh-Leave-Ins oder Spitzenbalsamen. Öl ist in den meisten Fällen gut für die Haare, so dass es von vielen auch gerne einige Stunden oder direkt vor der Wäsche in größeren Mengen in den Haaren und auf der Kopfhaut verteilt und einziehen gelassen wird. Direkt auf der Kopfhaut angewandt kann Öl helfen, Trockenheit oder auch Sebum-Überproduktion zu regulieren.

Leichte und schwere Öle

Öle lassen sich anhand ihrer "Schwere" in leichte und schwere Öle und die Kategorien nicht trocknend, halbtrocknend und trocknend einteilen. Dies geschieht u.a. anhand ihrer Jodzahl.

trocknende Öle (>50% ungesättigte Fettsäuren)

Hanföl, Leinöl, Nachtkerzenöl, Walnußöl, Wildrosenöl

halbtrocknende Öle (20-50% ungesättigte Fettsäuren)

Borretschsamenöl, Brokkolisamenöl, Distelöl, Hanföl, Kürbiskernöl, Maiskeimöl, Nachtkerzenöl, Rapsöl, Sanddornöl, Sesamöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Traubenkernöl, Weizenkeimöl

nicht trocknende Öle (<20% ungesättigte Fettsäuren)

Aprikosenkernöl, Arganöl, Avocadoöl, Babassuöl, Bienenwachs, Brokkolisamenöl, Erdnussöl, Haselnussöl, Jojobaöl, Kakaobutter, Kamelienöl, Kokosöl, Lanolin, Macadamianussöl, Mandelöl, Mangobutter, Olivenöl, Rizinusöl, Sheabutter

Anwendung von Öl

Meistens gilt: Öl nur auf trockenes Haar! Es gibt zwar auch Leute, die mit Öl auf angefeuchtetem oder gar feuchtem Haar gut zurecht kommen, doch generell ist man mit Öl auf trockenem Haar besser beraten. Dies liegt schlichtweg daran, dass es sich bei dem Gedanken, dass Wasser dem Haar Feuchtigkeit spendet, um einen Irrglauben handelt. Es ist nämlich das Öl, welches die Feuchtigkeit zu spenden vermag und nicht das Wasser.

Zuallererst sollte mit einigen wenigen Tropfen Öl herumprobiert werden. Man sollte sich vorsichtig an die optimale Ölmenge herantasten - also tröpfchenweise - um möglichst vor überfettigen, strähnigen Haaren verschont zu bleiben.

Öl als Leave-In

Ausgangszustand: Trockene oder höchstens noch ganz leicht feuchte Haare.

Öl als Leave-In dient dem Ziel, geschmeidige, nicht fettig aussehende Haare zu haben. Darum sollte am Anfang lieber erst mal zu wenig als zu viel Öl verwendet werden, da es sonst schnell strähnig wird. Das heißt: am besten erst mal mit 2-3 Tropfen Öl anfangen und ausprobieren, ob die Haare damit fettig aussehen. Wenn nicht, kann das nächste Mal etwas mehr Öl verwendet werden (tropfenweise steigern, bis die Haare mal zu strähnig werden). Sobald man einmal zu viel Öl erwischt hat, hat man eine optimale Ölmenge ermittelt und verwendet das nächste Mal wieder entsprechend weniger.

Es gilt also: Langsam an die passende Ölmenge rantasten, wenn man fettige Haare vermeiden möchte. Trotzdem kann es mal passieren, dass man etwas zu viel Öl erwischt, auch nach jahrelanger Erprobung noch. Hinzu kommt, dass es auch vom verwendeten Öl abhängt (gehört das Öl eher zu den leichten oder zu den schweren Ölen?), wie viel die Haare davon vertragen, bevor sie strähnig werden.

Eine von vielen bevorzugte Auftragevariante funktioniert wie folgt:

  • 2-3 Tropfen Öl auf die Handinnenfläche geben
  • die Hände gegeneinander verreiben, so dass Handfläche und Finger leicht ölig sind
  • mit den Fingern vorsichtig durch die Spitzen und Längen fahren (dabei kommen auch ein paar Haare an die Handinnenflächen)
  • die Spitzen über die Handinnenflächen streifen lassen
  • je nach übriger Ölmenge an den Händen: vorsichtig noch leicht mit den Handinnenflächen über die Längen streichen
  • je nachdem, ob die Handflächen noch sehr ölig, die Finger aber gar nicht mehr ölig sind, einfach noch mal die Hände gegeneinander verreiben, so dass wieder Öl an den Fingern ist

Öl als Kur

(Siehe auch: Ölkur) Wer seinen Haaren etwas Gutes tun möchte, kann dies mit einer Ölkur versuchen. Dafür wird einfach eine größere Menge Öl (1-2 EL, nach Bedarf mehr) leicht erwärmt (Handwarm, um Verbrennungen und dauerhafte Schädigung der Haare und Kopfhaut zu verhindern!) in den Haaren von den Spitzen und Längen bishin zur Kopfhaut verteilt und einwirken gelassen. Je länger die Einwirkzeit, desto besser. Warmhalten der Haare mit angewärmten Handtüchern verstärkt den Pflege-Effekt nochmals.

Ob das Öl hierbei auf die trockenen oder feuchten Haare gegeben werden sollte, ist umstritten und muss demnach individuell ausprobiert werden.
Um unnötiges Tropfen zu vermeiden, ist man allerdings mit Öl in die trockenen Haare besser beraten.

Öl gegen trockene, schuppige Kopfhaut

Wer zu trockener Kopfhaut neigt, kann dieser mit etwas Öl entgegenwirken. Dafür wird einfach eine winzige Menge Öl an den Fingerspitzen verrieben und dann vorsichtig in die Kopfhaut einmassiert. Da hier direkt an den Ansätzen gearbeitet wird, sollte man wirklich nur sehr wenig Öl verwenden, da man sonst direkt wieder strähnige, ölige Ansätze hat. Außerdem sollte man versuchen, dabei so wenig Haare wie möglich zu erwischen und wirklich nur direkt auf der Kopfhaut das Öl auftragen.

Welches Öl als Anfänger?

Eine häufig gestellte Frage. Was die eigenen Haare mögen, muss selbstverständlich erst mal rausgefunden werden. Für Anfänger eignen sich z.B. Jojobaöl oder Kokosöl, da mit diesen beiden Ölen die Haare erfahrungsgemäß nicht ganz so schnell strähnig aussehen.
Wer ein "richtig schweres" Öl möchte, kann z.B. Olivenöl probieren. Solche Öle eignen sich für sehr trockene Haare und auch Lockenköpfe sind damit gut bedient, da ihre Locken nach viel Feuchtigkeit verlangen.

Anfängerfragen

Vor oder nach der Wäsche ölen?

Vor der Wäsche ölt man normalerweise recht stark, um die Haare zu kuren. Da dürfen sie dann ruhig strähnig runterhängen (einfach in einen Dutt oder Flechtzopf verpacken, dann sieht's niemand).

Nach der Wäsche ölt man hingegen vorsichtiger. Da fungiert das Öl als Leave-In und soll die Haare NICHT strähnig machen. Deswegen lieber nur wenige Tropfen in Spitzen und Längen geben und zur Not später noch mal nachölen. Zu viel Öl macht die Haare strähnig - langsam rantasten!

Kann man Öle miteinander mischen? Welche?

Das ist ganz nach eigenem Geschmack möglich! Man sollte lediglich keine ätherischen Öle ("Duftöle") in großen Mengen verwenden, denn die trocknen aus! Höchstens ein, zwei Tropfen zum Beduften eines Leave-In-Öls.
Ansonsten kann man alles miteinander mischen, was einem so in die Finger fällt. Was die eigenen Haaren am liebsten mögen, muss man natürlich ausprobieren.

Olivenöl wird gerne zum kuren verwendet (aber vorsicht, nicht übertreiben und zu viel nehmen), sowohl pur, als auch in der Condi-Öl-Kur.
Als Leave-In bieten sich Kokosöl (dem man nachsagt, dass es von den Haaren aufgesaugt werden kann) oder Jojobaöl an, aber man kann wirklich jedes beliebige Öl verwenden.

Rezeptvorschläge mit Öl

In den folgenden Rezepten wird Öl verwendet oder kann zusätzlich zugegeben werden.

Weblinks